Stuttgart

Licht, Finsternis und Farbe – Aquarelle in Schichttechnik von E. Leonora Hambrecht

Dauerausstellung im Haus Morgenstern, Gänsheidestraße 100, 70186 Stuttgart

Es finden sich Bilder im Erdgeschoss und im Speisesaal. Weitere Bilder hängen im dritten Geschoss, rund um die Lemniskate des Flurs. Es sind inzwischen über 50 Bilder, die hier ausgestellt sind.
Diese Ausstellung so vieler großformatiger Aquarelle, gemalt nach den Gesetzen von L/F/F ist besonders – und sicher einzigartig.
Haus Morgenstern ist kein Museum, es ist ein Lebensraum und in diesen hinein strahlen die Bilder ihre Wirksamkeit!
Vielleicht lassen Sie sich anregen, vor dem einen oder anderen Bild länger zu verweilen, um im Anschauen innerlich die Tiefe zu erleben – und Sie kommen vielleicht wieder und schauen noch einmal?
Fast alle Bilder sind verkäuflich, die Preise können im Empfang erfragt werden.

http://www.haus-morgenstern.de/

Das Bild mit den goldgelben Vögelchen
„Flug zum Licht“, Aquarell von E. Leonora Hambrecht.
Eine Bildbetrachtung nach Licht, Finsternis und Farbe von Jeanette Bier
Flug zum Licht

Ganz früh am Morgen, kurz vor Sonnenaufgang, wenn die Vögel zwitschern, kann man den Himmel in zartem, bläulichen Magenta-Rosa und hellem Violett und Indigotönen sehen. Kommt dann die Sonne herauf machen sie Platz für ein helles, manchmal etwas türkises Kobaltblau. Das ist der Moment, den die Vögel mit lautem Gesang bejubeln. In diesem Moment geht die Sonne auf. Die Farben des Morgenhimmels sehen Sie hier als Farben hinter dem Licht: Bläuliches Magenta-Rosa von der linken oberen Ecke nach unten in Indigo und Violett übergehend.
Violett und Indigo von der unteren Bildmitte nach rechts bis zur oberen rechten Ecke zu Kobaltviolett aufsteigend.
Kobaltblau im Bereich rechts neben der Lichtquelle, zur rechten oberen Ecke hin. Begrenzt wird es von dem viridiengrünen breiten Lichtstrahl, der die obere Bildmitte füllt. Dieser gehört zu einem zentralen Licht, aus dem hellen Bereich zwischen den oberen Vögelchen. Es breitet seine Strahlen nach allen Richtungen aus und kommt teilweise, nach links unten, auf uns zu.
Gelb, als aufsteigende Finsternis vor dem Licht, drängt zum Licht, wird von den Strahlen angezogen, mitgerissen, so dass es selbst die Form der Lichtstrahlen annimmt und uns als Licht erscheint. Gelb selbst ist eine flüchtige Farberscheinung, die sich schnell bewegt und rasch verändert: von hell nach kräftig, sogar dunkel, von transparent durchscheinend bis undurchsichtig. Mal tendiert es aufsteigend zum Grüngelb, absinkend zu Orange, Rotorange oder hellem, rohen Umbrabraun.
Genau genommen scheint es hier keine Farbe vor dem Licht zu geben. Alles Gelb liegt auf den Lichtstrahlen und ist in Vögelchen ausgearbeitet. Dabei folgt es der Gesetzmäßigkeit des Lichtes. Es wird schwächer, transparenter, je weiter es sich von der Lichtquelle entfernt. An den Flügeln und Schwanzfedern dieser Vögelchen sieht man das ganz gut. Das Licht hat sich hier das Gelb zu eigen gemacht. Künstlerisch gibt das den Vögelchen eine so große Leichtigkeit, dass sie sich fast in Luft auflösen und man sie beinahe singen hört.

Über das Auf- und Absteigen der Farben in der Atmosphäre, sowie über die Farbe Gelb und alle anderen Farben finden sie Informationen in folgenden Büchern aus dem Iona Verlags-Programm:
Liane Collot d‘Herbois, „Farbensphären“, Erstes Bild.
Liane Collot d‘Herbois, „Licht, Finsternis und Farbe in der Maltherapie

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner